Transparenzrichtlinie / Bilanzkontrolle

Was regelt die Transparenzrichtlinie?

Am 27. Mai 2010 hat die Kommission einen Bericht über die Anwendung der Richtlinie 2004/109/EG zur Harmonisierung der Transparenzanforderungen in Bezug auf Informationen über Emittenten, deren Wertpapiere zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, vorgelegt, worin ausgeführt ist, wie die durch die Richtlinie geschaffene Regelung verbessert werden könnte. Insbesondere wird in dem Bericht die Notwendigkeit aufgezeigt, die Verpflichtungen bestimmter Emittenten zu vereinfachen, um geregelte Märkte für kleine und mittlere Emittenten, die in Europa Kapital aufnehmen, attraktiver zu machen.

Weiter wies die Kommission auf die Notwendigkeit hin, die Richtlinie 2004/109/EG zu überarbeiten, um die Verhältnismässigkeit der für börsennotierte kleine und mittlere Unternehmen geltenden Verpflichtungen unter Wahrung des gleichen Anlegerschutzniveaus zu verbessern.

Die Transparenzrichtlinie soll den Anlegerschutz und die Markteffizienz steigern. Sie enthält eine Verbesserung der jährlichen Finanzberichterstattung durch Veröffentlichung eines Jahresfinanzberichts innerhalb von drei Monaten sowie eine periodische Berichterstattung über ein Geschäftsjahr (Halbjahresbericht, Quartalsangaben). Ferner regelt sie die laufende Bekanntgabe von Änderungen bedeutender Beteiligungen oder enthält Vorschriften über die für Hauptversammlungen elektronisch zur Verfügung zu stellenden Informationen.

Die Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie (RL (EU) 2013/50) ist am 27. November 2013 in Kraft getreten und bringt unter anderem Änderungen für die Stimmrechtsmitteilungen und den Zeitpunkt der Meldung mit.

Was bedeutet Bilanzkontrolle?

Die Transparenzrichtlinie schreibt vor, dass die International Financial Reporting Standards (IFRS) für die konsolidierten Abschlüsse börsennotierter Unternehmen in der EU einzuhalten sind. Die IFRS regeln, nach welchen Grundsätzen ein Unternehmen bilanziert. Darin enthalten sind die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und andere Dokumente zur Berichterstattung über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Der FMA als zuständige Behörde für die Durchsetzung der Transparenzrichtlinie obliegt die Prüfung der Bilanzen der betroffenen Emittenten hinsichtlich Einhaltung der IFRS-Vorgaben sowie deren Durchsetzung (Enforcement). Um die Harmonisierung der Enforcement-Praktiken in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten zu fördern, hat ESMA die „ESMA Guidelines on enforcement of financial information“ veröffentlicht und damit die bislang gültigen Enforcement-Vorgaben des Committee of European Securities Regulators (CESR) ersetzt.

Wie wird die Transparenzrichtlinie in Liechtenstein umgesetzt und wer ist davon betroffen?

Das geltende Gesetz über die Offenlegung von Informationen betreffend Emittenten von Wertpapieren (Offenlegungsgesetz; OffG) basiert auf der Richtlinie 2004/109/EG des Europäischen Parlaments und des Rats zur Harmonisierung der Transparenzanforderungen in Bezug auf Informationen über Emittenten, deren Wertpapiere zum Handel an einem geregelten Markt zugelassen sind. Die Richtlinie 2013/50/EU sieht Änderungen derselben vor. Die Änderungen werden im bestehenden OffG erfolgen.

Was ist der Stand der Umsetzung?

Den aktuellen Stand des EWR-Übernahmeverfahrens der Transparenzrichtlinie kann unter folgendem Link abgerufen werden.