Volkswirtschaftsmonitor Q1/2021

Im Rahmen der makroprudenziellen Aufsicht nimmt die FMA Einschätzungen zur Entwicklung der Volkswirtschaften, insbesondere der internationalen Finanzmärkte, vor. Die Ausgabe Q1/2021 ist jetzt online.

Starke, jedoch ungleiche Erholung – Hohe Bewertungen an den Finanzmärkten bleiben stark von Zins- und Inflationsentwicklung abhängig.

Volkswirtschaftsmonitor Q1/2021

Die wirtschaftliche Aktivität sowie die Handelstätigkeit haben sich im zweiten Halbjahr 2020 dank der massiven geld- und fiskalpolitischen Interventionen stark erholt, auch wenn die Erholung sehr unterschiedlich verläuft. Die Erholung in Liechtenstein – als kleine offene Volkswirtschaft – wird auch weiterhin stark von der Nachfrage der wichtigsten Handelspartner getrieben sein. Die Entkoppelung der Finanzmärkte von der Realwirtschaft hat sich weiter fortgesetzt, was massgeblich von der expansiven Fiskal- und Geldpolitik und den niedrigen Zinsen getrieben wird. Damit steigen die Risiken von Kurskorrekturen im Falle einer schleppenden Erholung oder einem Anstieg der Zinsen, welche insbesondere von der weiteren Inflationsentwicklung abhängen. Während die schwachen Arbeitsmärkte den Inflationsdruck dämpfen, werden die Inflationsraten in den nächsten Monaten aufgrund der Basiseffekte der Energiepreise weiter steigen, und auch sonst könnten einige kurzfristige Effekte – z.B. Nachholeffekte auf der Nachfrageseite, nachdem die Sparquoten während des Lockdowns in die Höhe geschnellt sind – zu höherem Inflationsdruck führen. Ob es zu einem nachhaltigen Inflationsanstieg kommt, hängt hauptsächlich von den Inflationserwartungen ab: Steigen auch diese in den nächsten Monaten an, werden die Zentralbanken entsprechend reagieren müssen, um ihre Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel zu setzen. Die Inflation wird damit zu einer entscheidenden Kennzahl für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten. Die unmittelbaren Risiken für Liechtenstein halten sich aufgrund der soliden Fiskaldaten und der hohen Kapitalisierung des Finanzsektors weiterhin in Grenzen, müssen allerdings aus Finanzstabilitätsperspektive weiterhin laufend beobachtet werden.

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