Brexit: Informationen für Finanzintermediäre

Die FMA begleitet die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem geplanten Austritt des Vereinigten Königreichs (UK) aus der Europäischen Union (Brexit) im Rahmen ihrer Zuständigkeit, um den liechtensteinischen Finanzplatz sowie die liechtensteinischen Finanzintermediäre bei deren Brexit-Vorbereitungen zu unterstützen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit der Brexit-Koordinationsstelle des Amts für Auswärtige Angelegenheiten, der Stabsstelle EWR sowie dem Ministerium für Präsidiales und Finanzen. Zudem leistet das EFTA-Sekretariat wichtige Koordinationsarbeiten, um die Aktivitäten der EWR/EFTA-Staaten untereinander sowie mit der EU abzustimmen. Auch vonseiten der Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) werden Massnahmen gesetzt, um sich auf die Situation nach dem Brexit einzustellen.

Zudem verhandelten die ESAs mit den britischen Finanzaufsichtsbehörden Memoranda of Understanding, um für das mögliche Szenario eines sogenannten „harten“ Brexit vorbereitet zu sein. Die FMA beteiligt sich im Rahmen ihrer Partizipation in den ESAs an diesen MMoUs.

So regelt beispielsweise das MMoU im Kontext der Wertpapieraufsicht die behördliche Zusammenarbeit, das Enforcement und den Informationsaustausch zwischen der FMA und der FCA zu den Themen Marktüberwachung, Asset Management und Wertpapierdienstleistungen. Die Vereinbarung ist eine der Voraussetzungen dafür, dass bestimmte Tätigkeiten (z.B. Delegationen im Fondsmanagement an britische Finanzdienstleister) weiterhin für liechtensteinische Finanzintermediäre erbracht werden können. Das MMoU gilt für den Fall eines vertragslosen Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU (no-deal Brexit).

Die Financial Conduct Authority (UK) informiert auf ihrer Brexit-Website über verschiedene Fragen im Kontext des Brexit.

Insbesondere finden sich auf der Website alle Informationen zum Temporary Permissions Regime: Für den Fall eines sogenannten „hard Brexit“ sieht die britische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FCA) ein „temporary permissions regime“ vor. Finanzdienstleister aus dem EWR, welche derzeit mittels EU-Pass Dienstleistungen in UK erbringen, wird während einer Übergangszeit von maximal drei Jahren weiterhin Zugang zum Markt des UK gewährt. Voraussetzung dafür ist ein entsprechender Antrag an die FCA (Antragsfrist: 28. März 2019). Weitere Informationen auf der Website der FCA.

 

European Banking Authority (EBA):

 

European Securities and Markets Authority (ESMA):

Die ESMA verfügt über eine eigene Brexit-Rubrik auf ihrer Website. Dort sind alle relevanten Dokumente und Informationen im Zusammenhang mit Fragen zum Brexit abrufbar.

 

European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA):

 

Finanzintermediäre können konkrete Anfragen zu aufsichtsrechtlichen Fragestellungen an die jeweils zuständigen Aufsichtsbereiche der FMA übermitteln.

 

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